10. Tortuguero

Mittwoch, 01.08.2007 bis Freitag, 03.08.2007

Die Fahrt geht weiter. Diesmal heißt das Ziel: Tortuguero. Das bedeutet: Es geht zur Karibikküste! Tortuguero ist neben Monteverde und Arenal eines der drei am meisten frequentierten Ziele in Costa Rica. Als wir dort waren, Anfang August, war unglaublich viel los, was natürlich damit zu tun hat, dass in dieser Zeit Tausende von Grünen Meeresschildkröten hier ihre Eier ablegen. Tortuguero ist einer der bedeutendsten Eiablageplätze dieser Art weltweit.

Für die Fahrt muss man gut Zeit einplanen, da nördlich von Guapiles wieder Piste angesagt ist. Aber auch für die 150 km vom Arenal nach Guapiles brauchten wir drei Stunden. Die letzten 50 km (davon 15 km Piste) dauerten nochmal knapp zwei Stunden. Endlich kamen wir gegen 11:00 in Pavona an der Bootsanlegestelle an. Hier sollte uns ein Boot abholen und nach Tortuguero bringen, das selbst per Auto nicht zu erreichen ist. Die Autos bleiben auf einem bewachten Parkplatz, der aber recht sicher scheint.

Eindrucksvolle Landschaft zwischen Arenal und Guapiles. Die Berge gehören schon zur Cordillera Central. Dahinter liegen im Valle Central die großen Städte des Landes.

Überall quert man große Flüsse, die das viele Regenwasser aus den Bergen zum Meer leiten.

   

Dieser Baumriese war so gewaltig, dass ich ihn gar nicht auf ein Foto bekam.

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Nördlich von Guapiles geht es durch endlose Bananenplantage. 

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Viele große Bananenfirmen findet man hier:

u.a. Dole oder wie hier: Chiquita.

Die Arbeit auf den Plantagen ist nicht leicht und aufgrund des hohen Einsatzes von Pestiziden für die Menschen hochgefährlich. Aber auch der Verzehr dieser belasteten Früchte soll gar nicht so ohne sein. Ich esse seither jedenfalls nur noch Bio-Bananen!

Eine wieder sehr informative Seite über den Anbau von Bananen, den Einsatz von Giften und die Arbeitsbedingungen hat Dieter Klössing zusammengestellt: 

www.dieter-kloessing.de/CostaRica-Reisen

Es folgen noch ein paar Fotos zum Thema!

 

 

 

Endlich sind die Plantagen vorbei. Es kommt sumpfiges Grasland auf dem Kühe stehen. 

Wie feucht es hier ist, kann man leicht am Epiphytenbewuchs der Bäume erahnen.

Vereinzelte Behausungen stehen am Wegesrand.....

....zum Teil auch ganz modern.

Endlich sind wir an der Bootsanlegestelle "Pavona" angekommen. Wir konnten erst gar nicht glauben, dass man auf diesem flachen "Rinnsal" startet. Links die Treppe zum Boot!

Hier kann man sehen, wie seicht der Wasserstand ist.

Dann ging`s los. Eine tolle Fahrt durch die Kanäle der nordöstlichen Pazifik-Region.

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Man kann kaum glauben, was alles auf diesen kleinen, flachen Booten transportiert wird. Aber außer mit dem Flieger gibt es keine andere Möglichkeit. Größere Boote starten allerdings in Moin bei Puerto Limon.

Nach und nach wird der Kanal tiefer und auch breiter.

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Ab und an sind am Kanalrand Behausungen zu sehen. Hochwasser oder eine Sturmflut möchte ich hier nicht erleben.Da es über km flach ist, hat man hier wohl kaum Fluchtmöglichkeiten.

Hier ein Foto, welches einen Eindruck vermittelt. Der Ort Tortuguero selbst liegt übrigens auf der schmalen Landzunge zwischen dem großen Kanal und der Karibik.

Weitere Fotos:

http://www.govisitcostarica.com/travelinfo/photoLg.asp?phID=125

http://www.biology.duke.edu/bio217/2005/cmp8/wildlife.html#2

Unser Quartier hatten wir bei Miss Junie. Die Zimmer sind einfach, das Essen fantastisch. Froh waren wir, direkt im Ort Tortuguero untergebracht zu sein - viele Lodges sind irgendwo am Rand der Kanäle. hier hat man den Vorteil, schnell in den Nationalpark zu gelangen oder auch schnell am Strand der Karibik zu sein.

Hier in Tortuguero lebt übrigens Barbara Hartung, eine deutsche Biologin, seit vielen Jahren. Man kann Führungen zur Eiablage der Schildkröten, Wanderungen im NP sowie Bootstouren bei ihr buchen. Sie ist sehr freundlich und hat sehr gute Fachkenntnis, sodass es sich ausgesprochen lohnt mit ihr die Touren zu machen! Von ihr sind im Übrigen auch die meisten Tips zu den von uns angesteuerten Reisezielen!

Und sie hat mir sehr viele wertvolle Infos zu mir unbekannten Tier- und Pflanzenarten gegeben!!!!

Vielen Dank dafür!!!!!

http://www.tinamontours.de/touren.htm

Im "Garten" von Miss Junie

Palme mit Epiphyten

Basiliscus vittatus

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Kopfbindentyrann  (White - ringed Flycatcher)  (Coryphroticcus albovittatus)

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Hibiscus

Wildorchideenart  (Arundina graminifolia)   Orchidaceae

 Pfauenstrauch oder "Stolz von Barbados" : Caesalpinia pulcherrima aus der Familie der Johannisbrotgewächse

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Irgend eine nicht heimische Zierpflanze. Welche: ??????

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span.: Chapulin  genaue Artbezeichnung:   Tropidacris cristata (Giant red winged grasshopper)

Braunschwanzamazilie  (Rufous - Tailed Hummingbird)  (Amazilia tzacatl)

Jesus Christ Lizard

Das Restaurant von Miss Junie ist allein schon ein Grund, nach Tortuguero zu reisen....

...man fühlt sich einfach nur wohl dort!

Die Karibik - Küste ist hier oben recht wild und gefährlich. Baden ist eher weniger angesagt wegen starker Strömungen, die recht unberechenbar sein können und auch wegen der Haie, die hier recht nah an den Strand heranschimmen.

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Immer am späten Nachmittag erfolgt die Auslosung, welcher Guide zu welchem Strandabschnitt gehen darf, wo die Turtles ihre Eier ablegen. Bei 60 - 70 Führern, die hier versammelt sind, kann man sich leicht ausrechnen, dass bei jeweils 7 - 10 Touristen pro Guide abends mehr als 500 Menschen am Strand unterwegs sind.

Rechts im Bild ist übrigens Barbara Hartung!

Geoffrey Klammeraffe (Spider-Monkey)

Abendstimmung in Tortuguero.

Jetzt machen wir mit Barbara die Bootstour. Wir paddeln - was den Vorteil hat, dass man leise vorankommt und dadurch viel mehr sieht und was auch viel Stimmungsvoller ist, als mit einem Motorboot durch die Kanäle zu lärmen. Leider gibt es sehr viele Guides, die genau das machen, was mitunter recht störend ist.

Die Turtles-Tour hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon hinter uns. Hiervon gibt es keine Bilder, da man erst gar nicht sie Kamera mitnehmen soll um gar nicht erst in Versuchung zu kommen.

Und auch von der NP - Tour gibt es keine Bilder, weil es an dem Morgen heftig geregnet hat. So blieb die Kamera verpackt. Es kommen aber noch Fotos von dort, da ich später auch alleine noch im Wald war. 

Wer gerne schauen möchte, der kann sich auf meiner Cabo-Verde Seite noch mal umschauen.

Aber jetzt zur Bootstour!

Nacktkehlreiher (Bare - throated Tiger Herons)  (Tigrisoma mexicanum)

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Gelbstirn - Blatthühnchen  (Northern Jacana)  (Jacana spinosa)

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Weiter geht die Fahrt - die Kanäle werden enger...

Amazonasfischer  (Amazon Kingfisher)  (Chloroceryle amazona

Im Gegensatz zum Grünfischer fehlen dem Amazonasfischer die weißen Punkte auf den Handschwingen

Goldbürzelattila  (Bright - rumped Attila)  (Attila spadiceus)

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Mantelbrüllaffe  (Mantled Howler Monkey, Alouatta palliata). 

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Helmbasilisk    (Emerald Basilisk; Basilika plumifrons)

...es wird immer enger und auch dunkler...

...da am Rand - nicht leicht zu entdecken: ein Kaiman!

Rhymnoclemys funera  (Schwarze Fluss - Schildkröte)

...immer dichter ragt der Bewuchs hinab...

Wurzelwerk

Epiphyten

Dann geht´s wieder zurück...

...und die Wasserstraßen werden wider größer...

...am Ufer: ein Iguana....

...und dann wieder ein Höhepunkt: Am Stamm klopft einKönigsspecht  (Pale - billed  Woodpecker)  (Campephilus guatemalensis)

Über uns - leider nicht zu sehen, sondern nur zu hören - dann diese Art. Wie gerne hätten wir die gesehen, aber leider haben sie uns diesen Gefallen nicht getan:

Bechsteinara (Great Green Macaw)  (Ara ambigua)

Die Früchte dieses Baumes sind die Nahrungsgrundlage des Bechsteinaras. Dieser Baum hier blüht zwar noch, andere in der region tragen aber schon Früchte. Deshalb hat man in Tortuguero gute Chancen, den seltenen Bechsteinara zu sehen.

Tonkabohnen - Baum  (Dipteryx  odorata)

http://www.feenkraut.de/herbs/tonkabohne.html

Pracht-Fregattvogel (Magnificent Frigatebird)  (Fregata magnificens)

Abendstimmung in Tortuguero

Sonnenaufgang über der Karibik

An diesem Morgen bin ich sehr früh los, weil ich hoffte, dass vielleicht noch eine Turtle am Strand sein würde. Manchmal hat man Glück und es ist noch eine bei Dämmerung bei der Eiablage bzw. beim verschließen des Geleges.  Leider hatte ich aber kein Glück. Das Einzige was noch zu sehen war, waren die vielen Mulden, in denen die Turtles ihre Eier abgelegt haben. Der gesamte Strand weist solche Nester auf.

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So bin ich dann weiter um noch mal eine Tour durch den Dschungel zu machen.

Krabbenbussard (Common Black Hawk)  (Butheogallus anthracinus)

Die Wege im Dschungel sind nach einem Regenguss oft noch lange sehr feucht und matschig. Deshalb sollte man unbedingt Gummistiefel im Gepäck haben!

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Spinnenlilie /  Schoenhaeutchen   (Hymenocallis festalis)   Amaryllidaceae

 

Drachenblut - Baum  (Dragonsblood - Tree)  (Pterocarpus officinalis)

der durch Rindeneinschnitte gewonnene und gehärtete Saft hat einen Gerbstoffgehalt von 34 % und adstringierende Wirkung.

Wanderpalme   (Socratea exorrhiza)   (mehr)

(Gelbe)  Lanzenotter   (Eyelash Palm Pitviper)   (Bothriechis schlegelii)

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Goldene Radnetzspinne

Die Fäden der Goldenen Radnetzspinne haben eine enorme Festigkeit. So nutzen beispielsweise  Fischer aus Tansania Fäden einer verwandten Art zum fischen. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover versuchen mit Hilfe der Spinnenfäden durchtrennte Nerven wieder zu verbinden und zusammenwachsen zu lassen. Erste Versuche bei Ratten sind wohl recht erfolgreich verlaufen!

http://www.mh-hannover.de/fileadmin/mhh/download/ueberblick_service/Info_06.06/16-29_Titel.pdf

"Die Spinnenfäden der Radnetzspinnen sind extrem stark, dick und widerstandsfähig. Sie werden auch industriell genutzt: Kein anderer Stoff besitzt bei gleicher Elastizität eine derartige Stabilität. Spinnenseide ist 100mal belastbarer als Stahl, dabei kann der Faden bis auf das 40fache seiner Urspungslänge gedehnt werden, ohne dass er reißt. Spinnenseide ist ein kostbarer und beliebter Rohstoff bei der Verwendung von Hightech-Matrialien. So werden die Fäden der goldenen Radnetzspinnen beispielweise als Grundstoff für kugelsichere Westen eingesetzt und sollen dabei einen besseren Schutz als Kevlar dienen, und zudem leichter sein."  (zit.: Ticopedia)

Epeira sp. von Barbara Hartung "Neonspinne" getauft!

...eine mit 19 cm Flügelspannweite sehr große Libelle:  Megaloprepus coerulatus

Das ist Kakao!

Pachira aquatica      FAMILY:  BOMBACACEAE

http://fm2.fieldmuseum.org/plantguides/view.asp?chkbox=1472

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dto. Früchte

Es folgen ein paar Fotos aus Tortuguero  -  im Ort!

Nachschub!

 

 

 

 

Bischofs- / Blautangare  (Blue - gray  Tanager)  (Thraupis episcopus)

 

 

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